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Le opere di Galileo Galilei ristampate fedelmente sopra la edizione nazionale con approvazione del Ministero della Pubblica Istruzione. (Italian) JFM 22.0837.02

Firenze. G. Barbèra (1890).
(Siehe auch JFM 22.0837.01) Wenn es Pflicht ist, Verehrung und Dankbarkeit für diejenigen zu hegen, welche die Wissenschaft mit neuen Resultaten oder mit der Erklärung bekannter Erscheinungen bereichert haben, so muss man um so mehr jene grossen Männer ehren, welche durch ihre Arbeiten feste Regeln zur Erforschung der wissenschaftlichen Wahrheiten ermittelt haben, und es ist eine Ehrenpflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Werke nicht verloren geben oder zerstreut bleiben. Unter den Gelehrten dieser zweiten Art nimmt Galileo Galilei eine der höchsten Stellen ein als (um: die Worte zu brauchen, welche auf seinem Grabe in Santa Croce stehen) “Geometriae Astronomiae Philosophiae Maximus Restitutor Nullis Aetatis suae comparandus”. Schon während seines Lebens erfreute er sich eines so grossen Ruhmes, dass er zweimal sich bewegen liess, an eine Ausgabe seiner gesammelten Werke zu gehen: das eine Mal (1634) wollte er auf die Anregung von P. Carcavy die Sammlung unternehmen, das andere Mal nach den Vorschlägen der berühmten Verleger der Elzevire. Aber diese beiden Versuche hatten kein Resultat. – Daher wurde nach dem Tode Galilei’s der noch nicht zwanzigjährige Vincenzo Viviani vom Gedanken erfasst, den Plan seines Lehrers zu verwirklichen; und er brachte die dazu nötigen Vorstudien so weit, dass er einen allgemeinen Umriss der ganzen Arbeit schon skizziren konnte. Durch mannigfaltige Umstände verhindert, sein Unternehmen zu Ende zu führen, nahm er seine Zuflucht zu Carlo Manolessi, durch dessen Verdienst die erste Sammlung Galilei’scher Schriften an das Licht trat (2 Bde. 4\(^\circ\), Bologna 1655-56). Aber das Verbot der Veröffentlichung einiger Arbeiten des grossen Philosophen, welches der heilige Stuhl ausgesprochen hatte, liess diese Aufgabe zu unvollkommen, so dass sie nicht als den allgemeinen Wünschen entsprechend betrachtet werden konnte. Daher kehrte Viviani zu seinem alten Gedanken zurück und suchte durch die Hülfe des Fürsten Leopold von Toscana den kirchlichen Widerstand zu überwinden; aber umsonst! Danach gab Viviani sein edles Unternehmen auf, welches er, wie kein anderer, zu Ende zu bringen befähigt war. – Doch sind die Materialien, welche Viviani gesammelt hatte, nicht ganz unnütz geblieben; denn sie wurden von Tommaso Buonaventuri benutzt, welcher, durch Guido Grandi und Benedetto Bresciani unterstützt, die erste Florentiner Ausgabe der Werke Galilei’s im Jahre 1718 veröffentlichte (3 Bde. 4\(^\circ\)). Diese Ausgabe wurde sehr bald höchst selten; daher entschloss sich Toaldo, eine neue zu veranstalten, in welcher es ihm gelang, auch die berühmten Gespräche über die beiden wichtigsten Weltsysteme einzuschalten (Padova 1744; 4 Bde. 4\(^\circ\)). Diese Ausgabe diente als Grundlage sowohl für die erste Mailändische (1808-1811; 13 Bde. \(8^\circ\), von denen nur der letzte Band etwas enthält, was sich in den vorigen Ausgaben nicht befand) als für die zweite, welche die Bände XX und XXI der Biblioteca Enciclopedica Italiana bildet. – Unter diesen fünf Ausgaben ist die Paduaner des Toaldo die beste; dessen ungeachtet konnte sie nicht allen Wünschen genügen, und Eugenio Albèri benutzte die Gelegenheit der Versammlung der italienischen Gelehrten 1841 zu Florenz, um den Plan zu einer neuen Ausgabe auseinanderzusetzen. Nachdem er die hohe Unterstützung des Grossherzogs von Toscana erlangt hatte, begann er (1842) seine Arbeit auszuführen und brachte sie 1856 zu Ende. Die Albèri’sche Ausgabe ist verdienstvoll, wie alle wohl wissen, welche dieselbe gebraucht haben; dessen ungeachtet hat die Eile, mit der sie gemacht wurde, den Herausgeber verhindert, diejenigen Voruntersuchungen zu vollenden, welche einer solchen Arbeit vorhergehen müssen. Davon rührt bei ihr eine gewisse Unsicherheit in der Richtung und ein Mangel an festen Kriterien. Ferner ist sie mangelhaft zufolge ungenügender Sorgfalt beim Abschreiben des Textes und bei der Veröffentlichung der ungedruckten Schriften. Endlich hat man in diesen letzten dreissig Jahren viele andere Galilei’sche Schriften teils entdeckt, teils veröffentlicht, welche in der Sammlung der Werke Galilei’s einen Platz wohl verdienen. Daher war eine neue Ausgabe derselben durchaus zeitgemäss. Unter der hohen Unterstützung des Königs von Italien, unter der wissenschaftlichen Leitung des Herrn Antonio Favaro, des fleissigsten der italienischen Forscher über Galilei, dessen Werkchen “Per l’edizione nazionale delle opere di Galileo Galilei” (wovon eine II. Aufl. im Jahre 1890 erschien) der Abfassung des Berichtes zugrunde liegt, indem wir die obigen Nachrichten über die Galilei-Ausgaben ihr entnahmen, und mit Hülfe des wohlbekannten Philologen Isidoro Del Lungo wurde diese neue Ausgabe ins Leben gerufen. Dieselbe wird zwanzig Bände enthalten, auf die alle die gedruckten oder ungedruckten Schriften verteilt werden sollen, welche durch Galilei oder nach seinen Gedanken verfasst wurden, wie auch alle diejenigen seiner Gegner, welche zu Antworten oder Bemerkungen seinerseits Veranlassung gaben; ferner alle von ihm geschriebenen oder an ihn gerichteten Briefe und die Documente, welche sich auf sein Leben beziehen; endlich eine Galilei- Bibliographie.
Von dem ersten Band dieser Ausgabe soll dieses Referat reden. Wir wollen seinen Inhalt kurz besprechen; doch wollen wir vorausschicken, dass jede Schrift in ihrer Originalform gedruckt wird; aber auch alle durch den Verfasser gemachten Textveränderungen werden mitgeteilt. Für jede Schrift werden auch die speciellen Veröffentlichungskriterien angegeben.
1. “Iuvenilia.” Unter diesem Titel wurden einige Fragmente von keinem grossen Interesse gesammelt, welche Erläuterungen über Werke des Aristoteles geben. Der Text derselben befindet sich in der National-Bibliothek von Florenz und ist von Galilei selbst geschrieben. Daher gehören dieselben sicher auf eine gewisse Weise Galilei zu; aber die Annahme ist nicht ohne Grund, dass sie Excerpte von Universitätsvorlesungen sind, welche er in Pisa gehört hat, und welche nach Prof. Ragnisco’s (m. s. Rivista italiana di filosofia, Anno V, Vol. II, S. 463) und Favaro’s Meinung von Bonamici gehalten wurden.
II. “Theoremata circa centrum gravitatis solidorum.” Die Sätze bezwecken die Bestimmung der Schwerpunkte von Pyramiden, Kegeln und parabolischen Cylindern und sind zufolge der Studien Galilei’s über das Werk Commandino’s “De centro gravitatis solidorum” (Roma 1565) entstanden: die Beweismethoden sind denjenigen ähnlich, welche Archimedes in seiner Abhandlung über die Quadratur der Parabel brauchte.
III. “La Bilancetta.” Die Studien über die mechanischen Werke des Archimedes und das Nachdenken über jenen Passus, wo Proklus über die Art berichtet, wie jener grosse Gelehrte den Diebstahl des Goldschmiedes des Königs Hieron entdeckte und bewies, haben zur Folge gehabt, dass Galilei meinte, Archimedes habe nicht so verfahren, wie man gewöhnlich sagt, und dass er eine neue Weise ausdachte, um die Aufgabe zu lösen. Die Resultate solcher Forschung sind in der “Bilancetta” enthalten.
IV. “Tavola delle proporzioni delle gravita in ispecie dei metalli e delle gioje pesate in aria ed in aqua.” Anhang zu der vorigen Abhandlung.
V. “Postille ai libri De Sphaera et Cylindro di Archimede.”
VI. “De Motu.” Diese Schrift enthält die Keime der Gedanken, welche später Galilei in seinen Gesprächen über zwei neue Wissenschaften entwickelte (vgl. Dühring’s Kritische Geschichte der allgemeinen Principien der Mechanik. II. Aufl. 1877. S. 21).

Biographic References:

Galilei, Galileo

Citations:

JFM 22.0837.01