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Hermann Grassmann’s gesammelte mathematische und physikalische Werke. Ersten Bandes erster Teil: Die Ausdehnungslehre von 1844 und die geometrische Analyse. Unter Mitwirkung von Eduard Study herausgegeben von Friedrich Engel. (German) JFM 25.0027.03
Leipzig. B. G. Teubner. XVI u. 435 S. gr. \(8^\circ\). [American M. S. Bull. (2) I. 73-75.] (1894).
Der Titel für die gesammelten Werke trägt noch den Zusatz: ,,Auf Veranlassung der mathematisch - physischen Klasse der Kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften und unter Mitwirkung der Herren: Jakob Lüroth, Eduard Study, Justus Grassmann, Hermann Grassmann der Jüngere, Georg Scheffers herausgegeben”. Der Bandtitel hat den weiteren Vermerk: ,,Mit einem Bilde Grassmann’s in Holzschnitt und 35 Figuren im Text”.
Wie Hr. Engel in der Vorrede bemerkt, ist diese Herausgabe der Werke Grassmann’s eine verspätete Anerkennung der hervorragenden Verdienste des Stettiner Gymnasiallehrers; das endliche Eingeständnis der heutigen Mathematiker, dass derselbe seinen Platz unter den Besten seiner Zeit verdient hätte, eine Pflicht der Gerechtigkeit, auch dem Auslande gegenüber zu zeigen, dass der Prophet nachträglich in seinem Vaterlande etwas gilt, die ihm gebührende Stellung erhält. Zu den vom Herausgeber aufgezählten Gründen für die seltsame Erscheinung der Nichtbeachtung Grassmann’s bei seinen Lebzeiten, der eigentümlichen, philosophischen Darstellungsweise, der Fülle der neuen fremdartigen Begriffe, möchte Ref. noch etwas anderes hinzufügen: Die Arbeiten Grassmann’s standen in ihrer Originalität ausserhalb des Zusammenhanges mit den Tagesfragen der Mathematiker und kamen von einem Manne in einer bescheidenen Stellung. — Jedenfalls hat man der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften dafür zu danken, dass sie, der Anregung von Hrn. Felix Klein folgend, diese Gesamtausgabe der Grassmann’schen Werke gefördert, Hrn. Engel, dass er die mit der Herausgabe verbundenen Mühen übernommen hat.
Ueber den vorliegenden Band ist sonst wenig hinzuzufügen. Dem Abdruck der Ausdehnungslehre oder der ,,linealen Ausdehnungslehre” ist die Ausgabe von 1844 zu Grunde gelegt; mit philologischer Gewissenhaftigkeit, unter Angabe der Seitenzahlen der Ausgabe von 1844 und derjenigen von 1878 sowie der Abweichungen der letzteren ist der Neudruck bewirkt worden. Die gleichen Grundsätze sind befolgt bei der von der Fürstlich Jablonowski’schen Gesellschaft am 1. Juli 1846 gekrönten Preisschrift: ,,Geometrische Analyse, geknüpft an die von Leibniz erfundene geometrische Charakteristik”. Die von Möbius derselben hinzugefügte erläuternde Abhandlung: ,,Die Grassmann’sche Lehre von den Punktgrössen und den davon abhängigen Grössenformen”, welche nicht aufgenommen ist, steht in Möbius’ Werken I, 613-633.
Was der Herausgeber über typographische Anordnungen mitteilt, die er, abweichend vom Erstdrucke, im Interesse des Verständnisses getroffen hat, dürfte sich gewiss des allgemeinen Beifalles erfreuen, ebenso das alphabetische Sachregister, das er diesem Bande beigegeben hat. Die von ihm hinzugefügten Anmerkungen stehen am Ende des Bandes: sie sind teils historischen, teils kritischen Inhalts und geben manche dankenswerten Aufschlüsse.