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Hermann Graßmanns Gesammelte mathematische und physikalische Werke. Auf Veranlassung der mathematisch-physischen Klasse der kgl. sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften und unter Mitwirkung der Herren J. Lüroth, E. Study, J. Graßmann, H. Graßmann der Jüngere, G. Scheffers herausgegeben von Fr. Engel. II. Band II. Teil. Die Abhandlungen zur Mechanik und zur mathematischen Physik. Herausgegeben von J. Lüroth und Fr. Engel. (German) JFM 33.0026.01
Leipzig: B. G. Teubner. VIII u. 266 S. \(8^{\circ}\) (1902).
Der zweite Band der Graßmannschen Werke soll die Abhandlungen über Geometrie und Analysis im ersten Teile bringen; da der Druck dieses Teiles sich aber verzögert, so hat der Herausgeber den zweiten Teil in besonderer Paginierung vor dem ersten erscheinen lassen. Die hierher gehörigen Arbeiten sind in zwei Abteilungen zusammengestellt. Die erste, welche die analytische Mechanik enthält, ist von J. Lüroth herausgegeben; die zweite, welche die bereits gedruckten Arbeiten aus der mathematischen Physik bringt, ist vor Fr. Engel durchgesehen.
In der Abteilung mit den Schriften zur analytischen Mechanik findet man zunächst zwei Abhandlungen, die bereits bekannt sind: I. Grundrißder Mechanik (für den Unterricht in Prima). Programm, Stettin 1867. II. Die Mechanik nach den Prinzipien der Ausdehnungslehre. Math. Ann. 12 (1877). Aus dem Nachlasse, der “wider Erwarten keine große Ausbeute bot”, sind zwölf kleine Aufsätze zum Abdrucke gekommen: Drehungen um einen Punkt, Bewegung eines auf einer festen Fläche gleitenden Körpers, einige Schwerpunktsbestimmungen, Darstellung der Statik nach Lagrange, statisches Schwimmen, Bestimmung der Kraft zu einer gegebenen Bahn, Bewegung auf einer sich gleichmäßig drehenden Kurve, zur Theorie des Foucaultschen Pendels, die Mechanik nach den Prinzipien der Ausdehnungslehre (zweite Abhandlung), Trägheitsmoment, Bewegung durch einen Stoß, Mittelpunkt nicht paralleler Kräfte. Hierzu bemerkt Lüroth: “Nach sorgfältiger Durchsicht aller Papiere habe ich zwölf Aufsätze zusammengestellt, welche geeignet sind, die Anwendung der Ausdehnungslehre auf die Mechanik des Punktes und des festen Körpers zu zeigen, und die zugleich alles enthalten, was aus dem gesamten Nachlaßmir als neu und ineressant erschien.”
Die Abteilung der mathematischen Physik enthält folgende Nummern: I. Ableitung der Krystallgestalten aus dem allgemeinen Gesetz der Krystallbildung. Programm, Stettin 91839). II. Neue Theorie der Elektrodynamik. Pogg. Ann. 64 (1845). III. Zur Theorie der Farbenmischung. Pogg. Ann. 89 (1853). IV. Übersicht der Akustik und der niederen Optik. Programm, Stettin (1854). V. Zur Elektrodynamik. J. für Math. 83 (1877). IV. Bemerkungen zur Theorie der Farbenempfindungen. Preyers Elemente der reinen Empfindungslehre. Jena (1877). VII. Über die physikalische Natur der Sprachlaute. Wiedem. Ann. 1 (1877).
Danach folgen noch Bemerkungen, durch welche der Herausgeber seinen Pflichten als philologisch exakter Gelehrter nachkommt. Wir heben besonders das Sachregister zu den Abhandlungen über Mechanik und mathematische Physik hervor, ebenso das Namenregister. Alles, was der Nachlaßnoch sonst Mitteilenswertes über mathematische Physik enthält, ist für den dritten Band aufgespart. Dem Herausgeber wird für seine Mühe viel Dank geschuldet. Wünschenwert erscheint ein beschleunigter Gang der Veröffentlichung wegen des erhöhten Interesses, das gegenwärtig der Graßmannschen Methodik zugewandt wird.