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Der logische Aufbau der Welt. (German) JFM 54.0060.03
Berlin-Schlachtensee: Weltkreis-Verlag. IX, 290 S. (1928).
Das Ziel des Buches ist, ein Konstitutionssystem der wissenschaftlichen Begriffe zu schaffen, d. h. einen Begriffsstammbaum, in dem jedes Element sich restlos auf die vorhergehenden und schließlich auf ein (möglichst kleines) System von Wurzelbegriffen zurückführen läßt. Die Haupthilfsmittel bei der Konstituierung sind in formaler Hinsicht die symbolische Logik, insbesondere die Relationstheorie, in materieler die dem Buch zugrunde liegende empiristisch-philosophische Haltung. Diese ist – sehr kurz gesagt – die folgende: Philosophie kann nur in engstem Anschluß an die Einzelwissenschaften und ihre wechselnde Erfahrung getrieben werden; die Detailuntersuchung, nicht die Systematik, kann allein wertvolle Ergebnisse liefern; alle (von Verf. so genannte) “Metaphysik” muß endgültig verschwinden.
Die Durchführung des im ersten Abschnitt kurz umrissenen Programms erfordert zunächst einige logisch-erkenntnistheoretische Erörterungen, denen der zweite Abschnitt gewidmet ist. Hier wird der wichtige Begriff der Struktur eines Aussagensystems eingeführt und der Begriff des wissenschaftlichen Gegesstandes analysiert. Der dritte Abschnitt behandelt die mehr formalen Probleme eines Konstitutionssystems: die möglichen bzw. erforderlichen Darstellungsarten, die Grundelemente des Systems (bei Verf. die “Elementarerlebnisse” = schlichten Wahrnehmungen), die Grundrelationen (die in engem Zusammenhang mit der der “Ähnlichkeit” stehen), die Gegenstandsformen. Den vierten Abschnitt bildet der Entwurf eines wirklichen Konstitutionssystems, das von den eigenpsychischen Gegenständen über die physischen Gegenstände zu den fremdpsychischen und den geistigen Gegenständen aufsteigt. Der Schluß ist einigen philosophischen Nutzanwendungen gewidmet: Verf. glaubt nämlich, viele herkömmliche philosophische Probleme mit Hilfe der logischen Analyse als Scheinprobleme entlarven zu können, so das Problem des “Fremdpsychischen” und den “Realismusstreit”. Eine ausführliche Auseinandersetzung würde an dieser Stelle zu weit führen; es sei nur die Bemerkung erlaubt, daß schon die Wahl der “Grundelemente” des Systems der schlichten Wahrnehmungen, die es bekanntlich nicht “gibt”, sich nach Ansicht des Ref. nur auf einem Wege legitimieren läßt, der von der so verachteten “Metaphysik” ausgiebigen Gebrauch macht.