×

zbMATH — the first resource for mathematics

Sur les courbes de traction du caoutchouc vulcanisé. (French) JFM 34.0849.03
Die Verf. stellen ihre Versuche nur an einer bestimmten Sorte von Kautschuk an, die nichts als Gummi und Schwefel enthält. Es wurden Fäden von 4 mm Durchmesser benutzt. Die an dem zu untersuchenden Faden angebrachte Belastung konnte stetig geändert werden. Die hervorgerufene Verlängerung war in jedem Augenblick ablesbar. Durch Auf- und Abrollen einer kupfernen Kette, wodurch mehr oder weniger Glieder derselben in die am Faden angebrachte Belastungsschale gelangten, wurde eine stetige Belastungsänderung erreicht. Der Faden war von einem engen doppelwandigen Hohlzylinder umgeben. Durch in der Doppelwand strömendes heißes Wasser konnte die Temperatur beliebig geändert und auch längere Zeit konstant gehalten werden. – Die Grundform der Zugkurve des Kautschuks ist schon aus Versuchen von Villari (Pogg. Ann. \( 143\), 1871), Imbert (These de Marseille, 1880) und Cantone (Lomb. Ist. Rend, \( 31\), 1898) bekannt. Bei diesen Versuchen geschah die Vermehrung oder Verminderung der Belastung des zu untersuchenden Fadens durch Auflegen oder Wegnehmen von Gewichten mit der Hand, was zu anderen Ergebnissen führt, als die von den Verf. angewandte Methode der stetigen Belastungsänderung durch eine Kette. Einige bemerkenswerte Resultate sind: Die bleibende Verlängerung wächst mit der Belastung und der Belastungsdauer. In der üblichen Darstellung, wo die erzielten Verlängerungen als Abszissen, die Lasten als Ordinaten aufgetragen sind, ergibt sich, beim Zurückgehen von den höchsten Belastungen aus, ein fast senkrechter Verlauf der Kurve, d. h. die Verlängerung nimmt zuerst viel langsamer ab als die Belastung. Wird der Faden nach einer Versuchsreihe lange genug sich selbst überlassen, so ergibt sich die bleibende Deformation als relativ gering. Es bleibt höchstens \(\frac {1}{10}\) der Verlängerung zurück. Wächst die Geschwindigkeit der Belastung, so nimmt die hervorgerufene Verlängerung ab. Jede Belastungsänderung erleichtert die Verlängerung. Aus groben Versuchen schon ging hervor, daß bei einer Temperatur von 150\(^\circ\) der Kautschuk große Veränderungen seiner elastischen Eigenschaften erleidet; z. B. wächst die Verlängerung sehr schnell mit der Temperatur. Die Umwandlung des Materials durch die Wärme zieht eine Verminderung der Elastizität nach sich. Die bleibende Veränderung wächst mit der Belastung und der Zeit, während welcher die hohe Temperatur aufrecht erhalten wird. Die Änderungen des Materials erklären sich daraus, daß bei längerem Erwärmen ein Zusammenfließen des im Kautschuk enthaltenen überschüssigen Schwefels mit dem Gummi stattfindet, wodurch das Material hart und brüchig wird. – Eine den Versuchen vorhergehende Abkühlung des Fadens bis auf die Temperatur von Kohlensäureschnee blieb ohne merkliche Wirkung.

PDF BibTeX XML Cite
Full Text: DOI Numdam EuDML