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Fragen der Elementargeometrie. Aufsätze von U. Amaldi, E. Baroni, R. Bonola, B. Calò, G. Castelnuovo, A. Conti, E. Daniele, F. Enriques, A. Giacomini, A. Guarducci, G. Vailati, G. Vitali. Gesammelt und zusammengestellt von F. Enriques. Deutsche Ausgabe von H. Fleischer. II. Teil. Die geometrischen Aufgaben, ihre Lösung und Lösbarkeit. (German) JFM 38.0520.01
Leipzig: B. G. Teubner. XII u. 384 S. gr. \(8^{\circ}\) (1907).
Das italienische Original der “Questioni riguardanti la geometria elementare” ist F. d. M. 31, 85-86, 1900, JFM 31.0085.05 angezeigt worden. Die sechs ersten Artikel des Werkes behandeln allgemeine Fragen der Systematik, der Pädagogik, der philosophischen Grundlagen der Geometrie. Die neun dann folgenden beschäftigen sich dagegen mit Gegenständen, die enger mit dem Unterrichtsbetriebe zusammenhängen und sich zu einem Teile mit den Gegenständen decken, welche F. Klein 1894 in einem Ferienkurs behandelt hat. Die kleine Schrift “Vorträge über ausgewählte Fragen der Elementarmathematik. Ausgearbeitet von F. Tägert”, welche 1895 erschienen ist (vgl. F. d. M. 26, 546, JFM 26.0546.01), machte den Inhalt jenes Ferienkurses in weiteren Kreisen bekannt. Dieses Büchelchen ist jetzt vergriffen, und statt es neu aufzulegen, hat F. Klein veranlaßt, daß der zweite Teil jener Questioni als umfassenderer Ersatz seiner Veröffentlichung in deutscher Ausgabe den Mathematikern geboten wird. Das italienische Werk ist aber nicht bloß übersetzt, sondern es haben so starke Umarbeitungen stattgefunden, daß “dieser Band fast als ein neues Buch erscheint”. Die Ausgabe des noch fehlenden ersten Teils der Questioni in deutscher Sprache soll nachfolgen.
Niemand wird das Buch ohne Anregung und Förderung lesen; wir hätten nur gewünscht, daß in der deutschen Ausgabe mehr auf die deutsche Literatur hingewiesen wäre. Die italienischen Autoren haben zunächst natürlich italienische Quellen verwertet, haben vielleicht die bezüglichen deutschen Schriften nicht gekannt oder sich nicht beschaffen können. Die zwei Seiten über Genauigkeit der geometrischen Zeichnungen sind durch deutsche Arbeiten aus den letzten Jahren weit überholt (vgl. Nitz, F. d. M. 37, 513, 1906, JFM 37.0513.02). Bei den Methoden zur Winkelteilung vermißt man die Erwähnung wichtiger deutscher Arbeiten aus dem letzten Jahrzehnt. Bei der Kreisteilung in 17 Teile ist unter anderem die sehr hübsche Konstruktion von Güntsche nicht beachtet worden (Sitzungsber. Berl. Math. Ges. 2, 10-15, 1902), ebensowenig die ganz elementare Darstellung in Schuberts “Auslese aus meiner Unterrichts- und Vorlesungspraxis” 1, 69-82, 1905. Unter den angenäherten Konstruktionen zur Rektifikation und Quadratur des Kreises fehlen die sehr schönen und genauen Methoden von Huygens, die ja schon ihrer historischen Bedeutung wegen hätten Platz finden sollen.
Ein alphabetisches Personen- und Sachregister ist nicht beliebt worden; bei einem Werke, das als Nachschlagebuch dienen soll, ist dies ein empfindlicher Mangel.
Wir wünschen und hoffen, daß ein so nützliches Unternehmen darin seinen Lohn findet, daß eine baldige neue Ausgabe nötig wird. Eine Berücksichtigung der angeregten Wünsche würde die Brauchbarkeit des Werkes wesentlich erhöhen.