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La théorie de la relativité et les faits observés. (French) JFM 48.0992.02
Mit großer Sorgfalt formuliert Zaremba die formalen Hypothesen, die der Physik im allgemeinen und der relativistischen und nicht-relativistischen insbesondere zugrunde liegen. Sie betreffen die Existenz des vierdimensionalen Weltkontinuums und des metrischen Feldes in ihm – rein abstrakt, ohne Zusammenhang mit den beobachtbaren Größen. Die Axiome werden etwas langatmig, weil überall darauf Rücksicht genommen wird, daß nicht das ganze Kontinuum auf 4 Koordinaten bezogen werden kann; die meisten Aussagen beziehen sich also lediglich auf den Begriff des vierdimensionalen Kontinuums. Dabei verstößt schon der allgemeine Teil, ohne daß dies freilich schwerwiegende Konsequenzen trüge, gegen die relativistische Auffassung, da die Idee des “geometrischen Raumpunktes, den man in jedem beliebigen Moment betrachten kann” an die Spitze gestellt wird. Der Verf. hebt mit Recht hervor, daß alle diese Hypothesen noch keine Konfrontation mit der Erfahrung gestatten, solange nicht der Formalismus irgendwie auf die unmittelbar erfahrene Wirklichkeit bezogen wird. Diese Beziehung soll allein mittels der als starr erprobten Körper gestiftet werden, und hier findet er, daß die Relativitätstheorie versagt. So sorgfältig ausgeführt der erste, mathematische Teil ist, so unzulänglich ist freilieh dieser zweite physikalische. Gewiß sind die ersten Publikationen über Relativitätstheorie hinsichtlich der realen Bedeutung der eingeführten Größen für den axiomatisch eingestellten Mathematiker unvollständig, weil sie sich an Physiker wenden, denen diese Dinge (die hier durchaus nicht anders liegen als bei andern physikalischen Theorien) in Fleisch und Blut übergegangen sind. Später wurde das nachgeholt, und Ref. glaubt, daß heute kein Gebiet der Wissenschaft sorgfältiger auf den Zusammenhang zwischen Theorie und Erfahrung hin analysiert ist als gerade die Relativitätstheorie. Sowohl mit starren Maßstäben und Uhren, wie auch mit Lichtsignalen und ungeladenen Probekörpern lassen sich die \(g_{\mu\nu}\) der Einsteinschen Theorie messen.
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