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L’algebra. Libri IV e V comprendenti “La parte geometrica” inedita tratta dal manoscritto B 1569 della Biblioteca dell’ Archiginnasio di Bologna. (Italian) JFM 55.0600.06
Pubblicata a cura di Ettore Bortolotti. 301 p. Bologna, Zanichelli (1929).
Die “Algebra” von Rafael Bombelli bildet die Krönung derjenigen Werke der italienischen Mathematiker, die zur Auflösung der Gleichungen zweiten und vierten Grades geführt haben; ferner enthält sie die erste wissenschaftliche Theorie der imaginären Größen, die vorher (und auch nachher!) mit Mißtrauen betrachtet wurden. Die “Algebra” sollte ursprünglich fünf Bücher enthalten; aber während die drei ersten Bücher dem Verf. druckfertig schienen, wurde der Druck der beiden übrigen verschoben, um sie zu verbessern. Man glaubte sogar, daß das Original dieser beiden Bücher nicht mehr existiere. Ettore Bortolotti aber entdeckte es in einem bononiesischen Konvolut. Nach sorgfältiger Prüfung entschloß er sich zur Veröffentlichung der beiden Bücher, obgleich der Text – wie auch Bombelli in seiner Algebra erwähnt – in mehreren Punkten unvollkommen ist.
Die Bücher IV und V sind der Geometrie gewidmet; sie behandeln die rechnerische Lösung geometrischer Probleme. Daraus geht hervor, daß Bombelli mehr als die andern Mathematiker seiner Zeit sich den Begriffen und Methoden näherte, die bei Descartes in der analytischen Geometrie ihre engültige Form erreichten.
In einer inhaltsreichen Vorrede hat der Herausgeber die wenigen biographischen Nachrichten, die man heute über Bombelli besitzt, gesammelt. Ferner gibt er eine eingehende Analyse der “Algebra”, und zwar sowohl der bekannten Bücher I-III als auch der bisher ungedruckten IV und V. Diese Analyse führt zu dem Schluß, daß die neuentdeckte Handschrift ungefähr um das Jahr 1550 redigiert worden ist. Von Interesse sind auch die Reproduktionen einiger Seiten des Originals. Die Bücher IV und V der Algebra Bombellis sind mit kurzen, aber nützlichen erklärenden Bemerkungen des Herausgebers versehen. Diese Veröffentlichung trägt dazu bei, das Bild des hervorragenden Mathematikers Bombelli in wesentlichen Zügen zu vervollständigen.
Besprechung: E. J. Dijksterhuis; Euclides 7 (1930), 194-195.