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Descartes et Galilée. (French) JFM 63.0804.04
Rev. Métaphys. Morale 44, 221-235 (1937).
Unter Heranziehung der einschlägigen Belegstellen aus Werken und Briefen der beiden Gelehrten legt Verf. dar, wie Descartes auf seiner Italienreise (1624/25) mit Galilei zwar nicht persönlich bekannt wurde, jedoch schon vorher indirekt (Gassendi, Peiresc, Mersenne) von ihm beeinflußt, im wesentlichen den auf Demokrit zurückgehenden Materiebegriff des Pisaners übernimmt (als corpuscules rigides), den leeren Raum dagegen durch einen “ätherartigen” Stoff (matière subtile) ersetzt; diese Abweichung macht sich erst beim Bewegungsbegriff geltend. Grundsätzlich ist für beide Forsecher die mathematische Überlegung die Grundlage des Wissens, das Experiment dient zur Anregung neuer Gedanken und zur Bestätigung der erkannten Wahrheit. Galilei, mehr Naturforscher, betrachtet und untersucht viele Einzelerscheinungen, um von ihnen her der Wahrheit nahezukommen, Descartes, als Philosoph, sucht von seinem rationalistischen System her die Vielheit der Erscheinungen zu begreifen und zu erklären.