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Statistical problems in agricultural experimentation. (English) JFM 63.1103.02
Suppl. J. R. statist. Soc., London. 2, 107-154, 154-180 (1935); With cooperation of K. Iwaszkiewiez, S. Kolodziejczyk. Discussion.
In einem großangelegten Vortrag berichtet der Redner über Versuchsanordnungen bei landwirtschaftlichen Experimenten und der statistischen Auswertung der erhaltenen Ergebnisse. Der größere Teil der Rede ist der Anordnung örtlicher Feldversuche gewidmet. Gegen Schluß kommt der Vortragende jedoch auch auf die Beurteilung von Resultaten zu sprechen, die an weit voneinander entfernten Plätzen unter völlig verschiedenen Boden- und Witterungsbedingungen erzielt worden sind.
Bei lokalen Experimenten wird in England entweder das Verfahren der zufällig untergeteilten Schläge oder die Methode der lateinischen Quadrate gewählt, wobei nach verbreiteter Ansicht die letzte zwar umständlicher aber wirkungsvoller sein soll. Auf Grund theoretischer Überlegungen, numerischer Beispiele und zweier räumlicher Modelle kommt der Redner zu dem Schluß, daß diese Annahme irrig ist. Im Einzelfall sei es durchaus möglich, daß sich mit den zufällig untergeteilten Schlägen ein schärferes Ergebnis erzielen lasse.
In der anschließenden, stark polemisch geführten Diskussion (S. 154-180) wird gerade gegen diese Behauptung immer wieder Einspruch erhoben.. M. S. Bartlett und F. Yates betonen, daß die Anordnung in lateinischen Quadraten systematische Fehler durch einen auf dem Felde vorhandenen, unerkannten Fruchtbarkeitsgradienten eliminiere, welche Richtung dieser Gradient auch haben möge. In solcher Lage befinde sich der Forscher, die Modelle mit bekannter gekünstelter Verteilung der Bodengüte entsprächen nicht den Bedingungen der Praxis.
Der erste Teil enthält weiter einen wichtigen Abschnitt über “Irrtümer zweiter Art” mit Tabellen, die in erweiterter, für den Benutzer geeigneter Form später von J. Neyman und B. Tokarska (J. Amer. statist. Assoc. 31 (1936), 318-326; F. d. M. 62\(_{\text{II}}\), 1345) zum Abdruck gekommen sind. In der vorliegenden Arbeit ist leider die den Tafeln zugrunde liegende Formel (20) fast bis zur Unverständlichkeit verdruckt.
Im zweiten Teil empfiehlt der Redner die Anpflanzung einer gleichen Kontrollsorte an allen Orten und will alle Ernteerträge auf diesen Standard beziehen. In den angeführten Fällen aus der Praxis ist die Regression in guter Näherung linear. Mathematisch bemerkenswert an diesem Abschnitt ist allein die Art, wie eine einseitige Mutungsgrenze für die Lage der Regressionsgeraden bestimmt wird.

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