×

zbMATH — the first resource for mathematics

Le jeu, la chance et les théories scientifiques modernes. (French) JFM 67.0454.02
224 p. Paris, Gallimard (L’Avenir de la science, No. 15) (1941).
G. W. Leibniz schrieb am 29. 1. 1697 an Joh. Bernoulli: “Ich wünschte, ich selbst oder ein anderer behandelte mathematisch Spiele aller Art. … Man kann nicht sagen, wieviel in den Spielen verborgen liegt, was nützlich für die Kunst des Entdeckens ist. Der Grund dafür ist, daß die Menschen im Scherz geistreicher zu sein pflegen als im Ernst, da uns das besser glückt, was wir mit Vergnügen treiben.” Diese Worte könnten das Motto für das vorliegende Buch abgeben. Zwar schenkt uns Verf. mit ihm keineswegs eine umfassende mathematische Theorie der Spiele. Er will vielmehr in allgemeinverständlichem Plauderton nur zeigen, welche Anregungen von den Glücksspielen ausgehen können, wenn man ihre Schemata auf physikalische oder biologische Probleme überträgt. Auch die reine Mathematik hat nach Annahme des Verf. Aussicht, aus einer planmäßigen Förderung der Wahrscheinlichkeitstheorie Nutzen zu ziehen.
Die Darstellung des Verf. liest sich leicht und hat offenbar Anklang gefunden, da das Buch schon in 5. Auflage vorliegt. Etwas fragwürdig wirkt für Ref. nur der Satz: “Das Gaußsche Gesetz scheint daher kennzeichnend für Messungen, die an Individuen einer reinen Rasse vorgenommen werden” (S. 173). Allzu schematisch ist ferner der Abschnitt 56, der trotz der Überschrift “Die moderne Theorie der Vererbung” die gegenwärtig herrschenden Anschauungen nicht klar wiederzugeben scheint, da dem Austausch von Chromosomenstücken nicht Rechnung getragen wird.